Was kostet es wirklich, einen Song zu veröffentlichen?

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, meistens vorsichtig formuliert. Und die ehrliche Antwort lautet: zwischen 0 und mehreren tausend Euro. Das hilft niemandem weiter, deshalb hier die Rechnung, die dahintersteht.

Die fünf Posten

Ein Song, der auf Spotify landet, durchläuft immer dieselben Stationen. Man kann jede davon selbst machen, auslagern oder überspringen — aber es gibt sie.

1 · Das Instrumental

Entweder du produzierst selbst, dann kostet es Zeit statt Geld. Oder du lizenzierst einen Beat: im Beatstore liegen die Preise je nach Lizenzstufe zwischen 30 und 60 Euro, exklusive Rechte kosten ein Vielfaches. Eine Auftragsproduktion beginnt im niedrigen dreistelligen Bereich.

2 · Die Aufnahme

Zu Hause mit einem 150-Euro-Mikrofon möglich — hörbar ist der Unterschied trotzdem, vor allem im Raum. Im Studio rechnest du mit zwei bis drei Stunden für einen Song. Bei uns sind das 190 bis 285 Euro, Engineer inklusive. Details dazu auf der Seite Recording.

3 · Der Mix

Der Schritt, an dem am häufigsten gespart wird — und der am meisten ausmacht. Ab etwa 240 Euro pro Song. Wer selbst mischt, braucht Erfahrung und eine verlässliche Abhöre; beides ist teurer als es aussieht.

4 · Das Mastering

Ab etwa 140 Euro. Automatische Online-Dienste gibt es für 20 Euro, und für eine Demo reicht das oft. Für eine Veröffentlichung, die neben anderen Titeln bestehen soll, meistens nicht.

5 · Drumherum

Cover-Artwork, Vertrieb, GEMA. Ein Vertrieb wie DistroKid oder CD Baby kostet 20 bis 40 Euro im Jahr für unbegrenzte Releases. Artwork gibt es ab 50 Euro, nach oben offen.

Drei realistische Szenarien

Selbstgemacht Mittelweg Voll ausgelagert
Instrumental eigene Produktion Beat-Lizenz 40 € Auftragsproduktion 400 €
Aufnahme Homestudio Studio 2 Std. 190 € Studio 3 Std. 285 €
Mix selbst Studio 238 € Studio 238 €
Mastering Online-Tool 20 € Studio 143 € Studio 143 €
Artwork selbst 60 € 250 €
Vertrieb pro Jahr 25 € 25 € 25 €
Summe ca. 45 € ca. 696 € ca. 1.341 €

Die Zahlen sind keine Preisliste, sondern Größenordnungen aus dem Alltag. Sie zeigen vor allem eines: Der Sprung von „selbstgemacht“ auf „Mittelweg“ kostet rund 650 Euro und macht den größten hörbaren Unterschied. Der Sprung von „Mittelweg“ auf „voll ausgelagert“ kostet noch einmal so viel und verändert weniger, als man denkt.

Wo sich Sparen lohnt und wo nicht

Sparen kannst du beim Artwork — ein sauberes, reduziertes Cover schlägt ein überladenes vom Profi. Sparen kannst du beim Instrumental, wenn du selbst produzierst.

Nicht sparen solltest du beim Mix. Er entscheidet darüber, ob ein Song im Playlist-Kontext funktioniert oder ob Hörer nach zwanzig Sekunden weiterspringen. Ein guter Mix rettet eine mittelmäßige Aufnahme; ein schlechter Mix ruiniert eine gute.

Was oft vergessen wird

GEMA. Wenn du Mitglied bist, meldest du den Titel an. Bist du es nicht, ist der Release trotzdem möglich — du verzichtest dann aber auf Ausschüttungen.

Die Zeit. Zwei Stunden Studio sind zwei Stunden. Die Vorbereitung — Text sitzen haben, Melodie festlegen, Referenzen sammeln — dauert länger und passiert vorher. Wer unvorbereitet kommt, bezahlt Studiozeit fürs Nachdenken.

Der zweite Song. Fast niemand veröffentlicht nur einen. Ab dem zweiten sinken die Kosten pro Titel, weil Vertrieb und Setup schon stehen.

Du willst wissen, was dein konkretes Projekt kostet? Ruf an oder schreib uns — wir rechnen es dir durch, bevor du buchst.

Tonstudio B12
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